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Wie Julia Krämer Herrn Fries traf

Ich traf Herrn Fries am 6. Januar 1999 in einer kleinen Brasserie, in St. Denis, einem kleinen Vorort von Paris. An der Selbstbedienungstheke. Es war spät - genau 22.35 Uhr. Ich hatte mal wieder die Ausfahrt nach Versailles verpasst und war auf einem mir nicht erklärlichen Weg hier hin geraten. Ich glaube zwar eigentlich nicht wirklich daran, aber es muß Schicksal gewesen sein. Auf jeden Fall merkte ich beim ersten Kontakt mit Herrn Fries - als wir uns beide gleichzeitig das letzte Croques Monsieur nehmen wollten - und sich unsere Fingerspitzen berührten, dieser Mann war anders, als die anderen! Ich spürte instinktiv, dieser Mann arbeitet mit den Händen. Chirurg? Architekt? Oder vielleicht gar ein Pianist? Wohl eher Letzteres, denn er ließ mir den Vortritt beim Croques Monsieur, nur ein Musiker konnte so ein Gentleman sein! Außerdem blitzte in seinen lachenden Augen das Charisma des gesamten musikalischen Weltenwissens auf. Zwischen Abendkaffee und Morgenbordeaux, einem Fläschchen Calvados zwischendurch, 3 Päckchen Eve 120, 2 Schichtwechseln der Garcons de Café und der 5. Wiederholung der ewig gleich dudelnden Francis - Cabrel - CD stellten wir fest, dass wir nicht nur beide aus Düsseldorf kamen, sondern uns auch die praktizierende Leidenschaft für die Musik gemeinsam war.
Herr Fries erzählte von seinen Plänen, nach seinem Abschluss an der Folkwang -Hochschule ein ernstzunehmender Avantgarde-Organist zu werden, und mich zog es damals schon zu der großen Welt des Chansons, im Herzen Diva in der Kehle Sopran. Ich überredete Herrn Fries also zu einem Spontan - Gig im angliedernden Nichtraucherbereich der Brasserie.
Schnell fanden wir unser Publikum, der Beifall war so Erfolg versprechend, und ein neues Rheinisches Chanson - Duo ward geboren!!! Mittlerweile haben wir schon in vielen Brasserien gastiert es immer noch kein Ende absehbar!


Wie Herr Fries Julia Krämer traf

Ich traf Julia Krämer irgendwann vor einer halben Ewigkeit. Irgendwo in einer Brasserie im französischen Niemandsland. Da wo es immer die leckeren und billigen Sandwich Americain gibt. Doch an dem Tag gab's die nicht. Das letzte Croques Monsieur hatte sich so eine Braut geschnappt.
Abschwatzen war angesagt. Das kann ich, und so übel sah sie auch nicht aus. Doch sie war resistent. Wenigstens ließ sie ein paar Flaschen Rotwein springen, zwar nicht vom Besten, aber war schon o.k. So redeten wir über Gott und die Welt - und über Musik.
Eine Gemeinsamkeit?
Julia Krämer erzählte ununterbrochen darüber, sie wolle eine große Chansonette werden, die Bühnen aller Welt erobern, ich wusste überhaupt nicht, was das eigentlich war, eine Chansonette. Ich wollte damals Pop-Star werden, hab ihr aber was anderes erzählt, zuhören konnte sie wenigstens und dabei legte sie immer so komisch verständnisvoll ihre Hand auf meinen Arm. Währenddessen aß sie mein Croques, gab mir aber irgendwann die Hälfte ab. Frauen sind eigenartig, hätte ich nicht gemacht. Und irgendwann hab ich dann mein E-Piano ausgepackt, die einzige freie Steckdose war im Nichtraucherbereich, aber den Leuten hats gefallen, auch den schönen Französinnen, ja und da hab ich mir gedacht, Mensch, damit kann man arbeiten.
Nicht so viel Aufwand und ich krieg ganz viele Frauen. Und so war n neues Chanson-Duo geboren. Mittlerweile hab ich mir Selbstbedienungsessen abgewöhnt - ich weiß jetzt, die Sängerin bekommt immer die besseren Schnitten. Dass sich das noch mal ändert, ist nicht absehbar.

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